Der Blick aus dem Fenster. Wie achtsames Jonglieren mir wieder Zuversicht schenkte.

2024-04-22T15:35:07+02:00

Der Blick aus dem Fenster.
Wie achtsames Jonglieren mir wieder Zuversicht schenkte.

Ein Beitrag von Christine K.

Die Fensterläden sind verschlossen, alles ist dunkel. Bett, Sofa, Sofa, Bett (okay, an guten Tagen…) – klingt doch eigentlich ganz nett. Irgendwie verlockend. Zum Glück gibt es Elektrizität, doch… man muss halt den Lichtschalter drücken. Und ein Verrücken – von Ort und Stelle, ne viel zu große, überschwappende Welle.

Stille. Und dann scheinbar doch der Wille, leben – irgendetwas muss es doch geben. Oder doch nur eine Abwandlung blöder Gedanken? Ja, nein, vielleicht – Absagen… kaum zu wagen. Aber… im Kopf alles so grau, diese Farbe zwischen schwarz und weiß, also… zu welchem Preis das Ganze?
Wird schon gehen, keine Ahnung, welche Motivation, welche Überzeugungen dahinter stehen. Denn ein Aufstehen ist dafür unumgänglich. Und in der Dunkelheit ist halt auch das Aussehen – völlig egal.

Legal also, an all dem zu zweifeln. Achja… reden – gehört ja auch noch dazu. Aus Prinzip allein deswegen schon – dagegen!

Und dann… ein bekanntes Gesicht, dazu – all diese bunten Bälle – gefühlt voller Schwere, ihr Gewicht. Doch erstmal nen Keks – sehen, schmecken, riechen, fühlen – gehaltvoll, es überfordert, scheinbar doch mehr als Leere – was, wenn da mehr von alledem wäre?

Der erste Ball alsbald schon in der Luft. Atmen. Mal einmal ganz ganz tief. Durchatmen. Und ankommen. In diesem Raum voller Menschen, Gerüche, Geräuschen und Eindrücken – eindeutig… ein Zuviel. An Herausforderungen. Im Kopf auch gleich wieder die vielen Anforderungen. Und all die Aufforderungen – in mir – schnell das Weite zu suchen. Raus, weg, zurück – aufs Sofa, besser direkt ins Bett. Stattdessen… etwas Licht, welches sich seinen Weg bahnt. Ob es ahnt, wie viel Kraft es haben könnte?

Auch Ball 2 durchkreuzt plötzlich die Gedanken. Schon gerät die „geglaubte“ Sicherheit ins Wanken. Dazu beide Hände in Aktion, sogar Synapsen sollen sich so neu verbinden. Solange sie, bitte, nicht gleich wieder verschwinden in jeglicher Verzettelung im Kopf. Eine (wohl gemerkt liegende) Acht will geformt werden. Zwei Punkte oben, zwei Punkte unten, der Grundriss eines Fensters – ganz ohne verschlossene Fensterläden, denn davon, war nie die Rede. Jede Bewegung hingegen braucht Klarheit, den Durchblick. Ganz schön geschickt.

Drei Bälle nun also in der Luft, einer darf auch mal fallen. Nicht alles – im Leben – gelingt ad hoc. Tock. Tock. Tock.  Bitte lass niemanden gesehen haben, wie alles gleich wieder zerbricht, das Gewicht wieder schwer auf einem lastet. Vieles scheint nach außen voller Leichtigkeit, Routinen schenken zeitweise Sicherheit, eine Nichtigkeit bei jeglich fehlender Belastbarkeit. Dunkelheit statt Licht. Und wieder ist alles Schwarz.

Doch nun ist zu bedenken, der richtige Zeitpunkt, dem Ganzen mehr Farbe zu schenken. Ein Klecks oben links, ein Klecks oben rechts – fast wie verhext, wenn Farbe sich unter das Schwarz schon mixt. Es hat den Anschein, als könne kurzfristig das eigene Leben gestaltbar sein.

Zum Ende hin dann gar ein Studieren, Philosophieren – mit Ball – zu zweit, weit gefehlt also das Gefühl von Einsamkeit. Ja, auch das kostet Überwindung, doch gewinnt der Moment des Miteinanders. Und: voneinander lernen und füreinander da sein, beisammen sein, bedeutet auch: in dunklen Momenten gemeinsam lachen und Dinge vollführen, die Freude machen.

Ja, es hat mich verdammt viel Überwindung und Kraft gekostet. Gedanken. Pure Überforderung. Wenig davon, was man sieht. Vor allem aber das Gefühl, dieses hier geschafft zu haben. Es hat mir ein Stück Leben zurückgegeben, denn hierfür bin ich Woche für Woche aufgestanden.

Autorin (Text und Bild): Christine K. – ©Christine K.

Der Blick aus dem Fenster. Wie achtsames Jonglieren mir wieder Zuversicht schenkte.2024-04-22T15:35:07+02:00

Fachtagung Recovery Colleges 2024 in Gütersloh

2024-04-19T17:58:54+02:00

Fachtagung Recovery Colleges 2024 in Gütersloh.
Unter diesem Motto lädt das Recovery College GT-OWL anlässlich seines fünfjährigen Bestehens zur 2. Fachtagung zu Recovery Colleges im deutschsprachigen Raum ein. Recovery Colleges verstehen sich als unverzichtbare Lernorte zur Stärkung der seelischen Gesundheit in der Gesellschaft. Nach den ersten Jahren deutschsprachiger Recovery Colleges geht es in dieser Tagung um Standortbestimmung, Ausblick und Verstetigung der Colleges. College-Gründungsinitiativen können in der Vernetzung mit bestehenden Colleges Hilfestellung und Inspiration finden. Diese Tagung richtet sich gleichermaßen an Betreiberinnen und Betreiber, Interessierte und Nutzerinnen und Nutzer von Recovery Colleges.

Fachtagung Recovery Colleges 2024 in Gütersloh2024-04-19T17:58:54+02:00

David Floyd – Hier ist was in Bewegung – offizieller Song der Grünen Schleife

2024-04-13T08:18:12+02:00

Wir haben ein neues Fundstück für Sie:

„Hier ist was in Bewegung“ von David Floyd. Die Grüne Schleife setzt mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ein Statement für mehr Akzeptanz und Toleranz gegenüber psychischen Erkrankungen. Denn fast jede*r Dritte erkrankt im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Deshalb gilt: Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Burnout, Bipolare Störungen, Angststörungen, Borderline und Schizophrenie, um nur ein paar zu nennen, müssen raus aus der Tabu-Ecke! Unser Ziel ist, dass sich Menschen in psychischen Krisen trauen, ihre Probleme offen anzusprechen und so rechtzeitig notwendige Hilfe erhalten. Musik und Text: David Floyd Mix und Master: Christoph Schreiner Produktion: Psychiatrie-Filme, Andrea Rothenburg Kamera und Schnitt: Andrea Rothenburg, Osswald Krienke Postproduktion: Osswald Krienke Die Songproduktion wurde vom Verein Psychiatrie in Bewegung e.V. durch eine Spende von Familie Woitke finanziert. Die Videoproduktion wurde von der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen e.V. (DGBS), der Barmer Krankenkasse, dem Verein Psychiatrie in Bewegung e.V. und anderen finanziert.

 

David Floyd – Hier ist was in Bewegung – offizieller Song der Grünen Schleife2024-04-13T08:18:12+02:00

Recovery College als Erfolgsmodell etabliert

2024-02-27T17:07:23+01:00

Recovery College als Erfolgsmodell etabliert.

Ein Bericht der Bürgerstiftung Gütersloh.

„Wir haben alle Ziele, die wir uns am Anfang gesetzt haben, erreicht“. Da sind sich Professor Dr. Michael Schulz und Andrea Zingsheim vom Verein ReOrGe einig. Er trägt das seit 2020 am LWL-Klinikum angesiedelte Recovery College. Es hat sich als „Fitnessstudio für die Seele“ und offene Bildungseinrichtung für alle etabliert, sich sowohl vom Kursangebot als auch von der Teilnehmerzahl sehr gut entwickelt. Möglich gemacht hat das zum einen die LWL-Sozialstiftung mit ihrer Anschubfinanzierung für das erste Recovery College in Deutschland überhaupt. Zum anderen aber sicherte die Bürgerstiftung Gütersloh in den ersten drei Jahren mit 150 000 Euro den Auf- und Ausbau des Online-Angebots. Es hat das College gut durch die Corona-Krise gebracht hat, als Präsenzseminare nicht möglich waren. Mittlerweile gibt es zudem Podcast-Beiträge, You-Tube-Filme und einen aktiven Blog.

„Uns als Bürgerstiftung ist es wichtig, solche für jeden nutzbare, niedrigschwellige Projekte auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit zu fördern“, erklärt deren Vorstandsvorsitzende Katrin Meyer. „Denn gerade in Angst und Unsicherheit schürenden Krisenzeiten suchen die Menschen nach Angeboten, die ihnen helfen, in der Balance zu bleiben, die Zuversicht und Lebenssinn vermitteln. Aber auch nach Impulsen, um die Selbstwirksamkeit und das persönliche Wachstum zu steigern. All das bieten die breitgefächerten Kurse und Workshops des Recovery College.“ Nicht von ungefähr haben andere Städte wie Bremen, Osnabrück, Stuttgart oder Bern die Idee übernommen.

„Es ist ein Erfolgsprojekt und viele beneiden uns um die Strukturen, die wir schaffen konnten“, bestätigt Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller, Ärztlicher Direktor des LWL-Klinikums und Dozent am Recovery College. Aktuell gibt es neben den Präsenzseminaren acht Online-Angebote, die mehr als 100 Betroffene erreichen. „Es sind viele dabei, die ihre Wartezeit auf eine stationäre Therapie dadurch überbrücken, dass sie immer wieder verschiedene Kurse am Recovery College buchen“, sagt Professor Schulz.

Gerade ist das neue Programm zum Sommersemester erschienen. Es bietet unter anderem „Mut für neue Visionen“ oder einen „Blick in die seelische Gefühlslandschaft“, aber auch Waldbaden oder ein Selbstführungs-Intensivwochenende an. „Wir wollen uns thematisch immer breiter aufstellen, um noch mehr Menschen zu erreichen“, sagt Andrea Zingsheim. Allerdings gelangt das Recovery College, das bislang im Haus 55 auf dem LWL-Klinikgelände untergebracht ist, bei Präsenzveranstaltungen räumlich an seine Grenzen. „Weshalb wir uns sehr freuen, dass wir im Rahmen der Sanierung des LWL-Festsaals noch in diesem Jahr zwei große, bei Bedarf in vier kleinere Einheiten unterteilbare und technisch modern ausgestattete Seminarräume bekommen“, berichtet Prof. Kronmüller. Angesiedelt werden sie im Sockelgeschoss des zentral gelegenen Gebäudes.

Das kommt zur richtigen Zeit, denn Ende des Jahres will die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie am LWL-Klinikum ihre Arbeit aufnehmen. Nach dem Vorbild des Recovery College soll dort dann zur Ergänzung der stationären Angebote ein sogenanntes Discovery College entstehen, mit speziellem Programm für junge Menschen. Was noch nicht geklärt ist, ist die Anschlussfinanzierung für das Recovery College, wenn Ende 2026 die Förderung durch die LWL-Sozialstiftung ausläuft. Allein von den bewusst niedrig gehaltenen Teilnehmergebühren kann es sich nicht finanzieren. „Deshalb sind wir sowohl mit dem Landschaftsverband als auch mit Stadt und Kreis im Gespräch“, sagt Prof. Kronmüller. „Leider gibt es bislang weder landes- noch bundesweit Förderprogramme, die eine so sinnvolle und erfolgreiche Präventionsmaßnahme, wie es das Recovery College ist, unterstützt.“

Foto:
Ziehen nach drei Jahren eine positive Bilanz und werben mit neuem Programm fürs Recovery College: (v. l.) Katrin Meyer (Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Gütersloh), Prof. Dr. Klaus-Thomas Kronmüller (Leitender Direktor des LWL-Klinikums) sowie Andrea Zingsheim und Prof. Dr. Michael Schulz vom Verein ReOrGe, der das College trägt.

Text und Foto: Bürgerstiftung Gütersloh

Recovery College als Erfolgsmodell etabliert2024-02-27T17:07:23+01:00

Rückblick Premiere des „Time to Talk-Day“ am 1. Februar 2024

2024-02-19T14:16:39+01:00

Rückblick Premiere des „Time to Talk-Day“ am 1. Februar 2024

Bei der Premiere des „Time to Talk-Day“ am 1. Februar 2024 waren rund 30 Personen zu Besuch. Die Anliegen waren gemischt – die meisten wollten schlichtweg ins Gespräch kommen, Kontakt haben. Genau das, was der Tag auch anregen möchte. Einige Besucher:innen waren aktuell durch persönliche Probleme stark belastet und suchten gezielt das Gespräch als Entlastung.

Auch Angehörige von Menschen mit seelischen Krisen sind da gewesen. Ebenso Besucher:innen, die selbst mit Menschen arbeiten, die von psychischen Problemen betroffen sind. Diese suchten die Vernetzung bzw. wollten sich das Recovery College mal anschauen, um es ihrem Klientel weiter zu empfehlen. Insgesamt sehen wir als Team vom Recovery College den Tag als gelungen und werden sicherlich eine Wiederholung im kommenden Jahr anstreben.

Text: Andrea Zingsheim
Foto: Eckhard Sallermann

Rückblick Premiere des „Time to Talk-Day“ am 1. Februar 20242024-02-19T14:16:39+01:00

Flausi will Genesungsbegleiter werden

2024-01-20T08:13:38+01:00

Flausi will Genesungsbegleiter werden.

Im Adventskalender 2023 gab es ja bereits die Serie mit 5 Folgen zu „Flausi will Genesungsbegleiter werden“. Vielleicht haben Sie diese noch nicht gesehen?
Schauen Sie gern mal rein.

Flausi will Genesungsbegleiter werden – Folge 1

Flausi will Genesungsbegleiter werden – Folge 2

Flausi will Genesungsbegleiter werden – Folge 3

Flausi will Genesungsbegleiter werden – Folge 4

Flausi will Genesungsbegleiter werden – Folge 5

Flausi will Genesungsbegleiter werden2024-01-20T08:13:38+01:00

Rückblick Kursgeschehen

2023-08-12T07:26:02+02:00

„Intuitives Bogenschießen“

Auflegen, Zielen, Loslassen hieß es erneut bei bestem Wetter für den zweiten Termin des Intuitiven Bogenschießens. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fanden sich alle angemeldeten Teilnehmenden ein, um in zwei Stunden etwas in die Kunst des Bogenschießens hineinzuschnuppern.
Schnell stellte sich heraus, dass manche bereits früher einmal Bogen geschossen hatten und diese Erinnerung nun nochmal auffrischen wollten. Andere wiederum hatten noch nie einen Bogen in der Hand und gingen mit einer Mischung aus Neugier, Angst und Vorsicht an Pfeil und Bogen heran.
Doch spätestens nach der ersten Stunde platzten nur so die Ballons im wörtlichen Sinne. Diese waren zur Abwechslung an die jeweiligen Ziele befestigt – ein Kaffeesack (natürlich ohne Kaffeebohneninhalt, dafür mit Folienresten befüllt) und eine klassische Zielscheibe dienten als Trainingsobjekte.

Im nächsten Sommersemester ist eine Fortsetzung zum Intuitiven Bogenschießen im Gespräch.

Text: Jenny Oßenbrink

Fotos: Ralf Piwek und Eckhard Sallermann

Das sagen Teilnehmende zu diesem Kurs:

Es war eine schöne Erfahrung für mich diese Form des achtsamen Umgangs mit einem so beeindruckenden Instrument wie dem Pfeil und Bogen kennenzulernen. Insbesondere, weil es um die intuitive Seite des Bogenschießens ging. Zu bemerken, wie nach einigen Übungseinheiten sich eine entspannte Konzentration aufbaut, mit der Ahnung verbunden, wie sich bei kontinuierlicher Anwendung eine sowohl körperliche als auch mentalen Ruhe und gelassene Aufmerksamkeit weiter entwickeln würde.

Rückblick Kursgeschehen2023-08-12T07:26:02+02:00

Kurs gemeinsam in die Woche starten

2023-08-09T14:01:13+02:00

„Gemeinsam in die Woche starten“

 

… heißt es nun seit fast einem Jahr Montagvormittags im Recovery College. Mit einem neuen Konzept des offenen Angebots – freiwillige Teilnahme auf der Basis „wer kommt, der kommt“, kostenfrei – startete das College mit diesem Kurs im Herbst 2022 ins neue Semester. Nach anfänglicher Skepsis – „Und wenn jetzt keiner kommt?“ -, ist das Fazit nun „Wow, das wird gut angenommen und bisher ist immer jemand gekommen“.

Das Besondere ist sicher die ungezwungene Atmosphäre, die das College generell ausmacht. Hinzu kommt der Wechsel an Menschen, die am Montagvormittag dort zahlreich erscheinen. Da es freiwillig ist, liegt es völlig in der eigenen Verantwortung und Einschätzung, ob und wie lange jemand dieses Angebot für sich benötigt und nutzt.

Oft geht es bei den Themen der Beteiligten darum, in der Gruppe zu reflektieren: Wie war meine Woche, wo hat es gehakt, was erwarte ich von der neuen Woche, wo kann es schwierig werden, welche Möglichkeiten des Umgangs damit habe ich, was plane ich Schönes ein, habe ich eine Balance zwischen Anforderungen/ Pflichten, Sozialen Kontakten und Bewegung. Das Gefühl zu erleben, „hier wird mir zugehört und ich bekomme Rückmeldungen, Anregungen, ich darf so sein“, ist für viele ein bereicherndes Element.

Den Teilnehmenden wird ein Raum gegeben, der etwas Verbindliches schafft, wie z. B. eine Abmachung, in der Woche über etwas Gutes für sich einzuplanen und es auch tatsächlich zu realisieren. Beim nächsten Treffen darf gerne darüber berichtet werden, um die anderen Menschen teilhaben lassen zu können. Das schafft Verbindung, Vertrauen und spiegelt die gelebte Haltung der Mitarbeitenden des Colleges wider – Aktives Zuhören, Empathie, Empowerment.

Text: Jenny Oßenbrink

Foto: Eckhard Sallermann

 

 

Kurs gemeinsam in die Woche starten2023-08-09T14:01:13+02:00

Recovery College wegweisend als Ideen- und Ratgeber

2022-12-17T05:38:11+01:00

Gefördert von der Bürgerstiftung Gütersloh
Recovery College wegweisend als Ideen- und Ratgeber

Gütersloh. Das auf dem Gelände des LWL-Klinikums angesiedelte, von der Bürgerstiftung Gütersloh und der LWL-Sozialstiftung geförderte Recovery College hat sich als offene Bildungseinrichtung für alle etabliert. Es bietet Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Lernerfahrungen Workshops und Seminare an, in denen es um die psychische Gesundheit, um Zuversicht und Lebenssinn, um die Steigerung der Selbstwirksamkeit und das persönliche Wachstum geht. „Die Nachfrage ist von Anfang an groß gewesen. Aber der Bedarf ist in den jetzigen Krisenzeiten deutlich gestiegen, weil die Ängste massiver geworden sind “, sagt Andrea Zingsheim, Vorsitzende des tragenden Vereins „ReOrGe“. Das Recovery College wirkt dem entgegen, indem es Betroffenen hilft, neue Wege zu finden, um wieder selbstbestimmt Entscheidungen treffen zu können.

Um das wachsende Interesse zu befriedigen, hat sich nicht nur die Anzahl der Kurse erhöht, auch die Homepage wurde im ehrenamtlichen Einsatz von Eckhard Sallermann, der sich als Genesungsbegleiter im College engagiert, erneuert. Sie ist seit 6. Dezember freigeschaltet, ist übersichtlicher strukturiert und – von der Recherche bis zur Anmeldung – nutzerfreundlicher. So rücken nicht nur die aktuellen Kurse – aufgelistet in Präsenz- und Onlineangebote – in den Fokus. Es ist auf den ersten Blick auch erkennbar, ob es noch freie Plätze gibt, welche Angebote ohne Anmeldung stattfinden oder ob es eine Warteliste gibt. „Diese neue Funktion nutzen wir, um bei Überbuchungen keine Absagen mehr erteilen müssen“, erklärt Zingsheim. Per Telefonat oder im persönlichen Gespräch mit dem Betroffenen suche man nach einem passenden alternativen Angebot.  Die Bandbreite ist groß. Ob es darum geht, an unliebsamen Gefühlen zu wachsen, die innere Balance zu finden, Beziehungen zu gestalten, dem eigenen Leben wieder Sinn zu verleihen oder zu lernen, stolz auf das zu sein, was man macht – „wir möchten niemanden allein lassen“, bekräftigt die psychologische Beraterin Susanne Schmedthenke als Projektmitarbeiterin. Derzeit läuft das Wintersemester mit zahlreichen Kursen. Das Sommersemester 2023 startet im März, die Kurse werden auf der neuen Homepage veröffentlicht werden. Ein gedrucktes Programmheft erscheint voraussichtlich Anfang Januar.

Dass das Gütersloher Recovery College erfolgreich ist, zeigt sich nicht nur an den auswärtigen Teilnehmern, die bei den Online-Kursen registriert werden. Es wird zunehmend für in der Entwicklung befindliche Bildungseinrichtungen dieser Art zum wegweisenden Ideen- und Ratgeber. „Wir sind derzeit im Austausch mit Bremen und Bern, Berlin, Osnabrück, Stuttgart, Freiburg und Marburg. Gemeinsam wollen wir einen Leitfaden erarbeiten, der alles Wesentliche festzurrt und gleichzeitig Raum lässt, um örtliche Gepflogenheiten bei der Realisierung berücksichtigen zu können“, erläutert Andrea Zingsheim. Das nächste Online-Netzwerktreffen findet am 15. Dezember statt.

„Es gibt noch viele Ideen, die wir verfolgen und intensivieren möchten“, sagt die Vereinsvorsitzende mit Blick auf den 14-tägigen offenen Recovery-Treff zum Austausch zwischen Dozenten, Teilnehmern und auch LWL-Patienten, auf den hauseigenen YouTube-Kanal oder den geplanten Podcast mit einem Recovery-ABC. Nähere Infos zu der Bildungseinrichtung gibt es auf der neuen Homepage: www.rcgt-owl.de, im direkten Gespräch montags von 11.30 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr im Haus 55 auf dem Gelände des LWL-Klinikums, unter Tel. 0151/18731712 oder per Mail an: info@rcgt-owl.de.

Foto:  Auf Erfolgskurs: Nicht nur die neue Homepage des Gütersloher Recovery College, die (v. l.) Andrea Zingsheim, Vorsitzende des Trägervereins ReOrGe, Eckhard Sallermann und Susanne Schmedthenke als Projektmitarbeiterin vorstellen, trägt dem wachsenden Interesse an der Bildungseinrichtung Rechnung. Das College wird auch zunehmend im ganzen Bundesgebiet und in der Schweiz zum Rat- und Ideengeber.

Foto und Text: Bürgerstiftung Gütersloh

Recovery College wegweisend als Ideen- und Ratgeber2022-12-17T05:38:11+01:00
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